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Industrie 4.0 – gibt es ein Sein nach dem Schein?

Nach keinem bestimmten zeitlichen Muster, aber doch mit einer gefühlten Regelmäßigkeit taucht alle paar Jahre ein neues, meist initial politisch geprägtes Schlagwort am Horizont der nationalen und internationalen Industrie auf. Während einige Begriffe der jüngeren Vergangenheit wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Green Jobs noch immer in unseren Ohren hallen, so ist es seit geraumer Zeit die geflügelte Überschrift „Industrie 4.0“ die keiner Druckschrift, Konferenz oder wirtschaftspolitischen Ansprache fehlen darf. Wie seine mittlerweile verblassenden Vorgänger reiht sich leider auch dieser Begriff nahtlos in ein zweifelhaft ruhmreiches Schema ein: er bekommt sehr viel mediale Aufmerksamkeit und ist dabei kaum definiert. Diese Schere, egal ob sie bewusst oder unbewusst offen gehalten wird, schafft auf der positiven Seite großen Spielraum für Kreativität, Innovation und Interpretation; sie schafft aber gleichzeitig auch sehr viel Platz für heiße Luft und Trittbrettfahrer.

Die Akteure und ihre Motivation

Die erwähnte mediale Aufmerksamkeit erzeugt einen Dominoeffekt dem sich kaum jemand entziehen kann, mittlerweile machen also irgendwie alle mit. Manche waren dabei durchaus anstoßende oder richtungsgebende Steine, viele wurden aber irgendwann angestoßen ohne dass sie wirklich wussten wie ihnen geschah – wie das eben beim Domino so ist. Das Credo scheint nun zu sein: Entweder man setzt sich mit dem Begriff auseinander (und vor Allem: lässt die Welt wissen dass man dies tut) oder man wird als rückständig abgestempelt.

Als Konsequenz daraus packen die großen Zulieferer und industriellen Dienstleister den Stempel Industrie 4.0 nun gerne pauschal auf all Ihre Produkte und Dienstleistungen, wobei dabei nur in seltenen Fällen tatsächlich etwas Neues geboten wird – fast ausschließlich handelt es sich um neue Verpackungen bestehender Dinge und vor allem Unternehmen welche nicht gerade als hochdynamisch bekannt sind versuchen sich damit ein innovatives und visionäres Image zu verpassen. Wer kann es ihnen verdenken, die schwammige Definition lädt ja auch regelrecht dazu ein; jeder der einen Rundgang auf der letzten Hannover Messe gemacht hat wird mit Erstaunen festgestellt haben welche Produkte einem da plötzlich als revolutionär, oder zumindest zur Revolution beitragend serviert werden.

Die großen Produktionsunternehmen wiederum gründen und unterhalten Innovationsgruppen, Task Forces und ganze Abteilungen die sich mit der Transition der eigenen Fertigung zu Industrie 4.0 auseinandersetzen. Die Ergebnisse sind oft sehr theoretisch und manifestieren sich gerne in ausufernden Foliensätzen, gegenseitigen Vorträgen in Interessensgruppen und -verbänden sowie verbalen Bekenntnissen zum Thema, idealerweise vor laufender Kamera oder offenem Mikrofon. Auch diese Position ist verständlich, denn schließlich gilt es Aktionären entsprechende Wachstumsperspektiven in einem sich verstärkenden globalen Wettbewerb zu liefern.

Und dann gibt es noch die Politik, die Industrie 4.0 der Einfachheit halber gleich mal als Antwort auf alle Fragen zu wirtschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre auserkoren hat; auch hier hilft die wenig vorhandene inhaltliche Abgrenzung ungemein: Globalisierung? Kein Problem, wir befinden uns doch auf dem Weg zu Industrie 4.0. Arbeitslosigkeit? Thema von gestern, wo doch Industrie 4.0 tausende neue Jobs schaffen wird. Wirtschaftswachstum? Na klar, mit Industrie 4.0 von nun an jedes Jahr und steiler als zuvor…

Durchwachsene Bilanz

Objektiv betrachtet müsste man dem Thema also ein durchwegs schlechtes Zeugnis ausstellen und es klar in die Kategorie Schall und Rauch einsortieren. Ganz so schlimm ist es bei genauerem Hinsehen jedoch nicht, denn immerhin führte es bereits dazu dass sich Industrieunternehmen kritisch mit ihren eigenen Leistungen und Abläufen auseinandersetzen und die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung zumindest identifiziert, teilweise auch bereits den Veränderungsprozess skizziert haben. Die erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse sind also zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

Woran es jedoch den meisten noch mangelt ist die Umsetzung dieser Erkenntnisse in konkrete Projekte und Produkte.

Die Sache mit der Revolution

Nimmt man die politische Bedeutung des Begriffes Revolution, wird schnell klar was damit gemeint ist: man kann eine Revolution nicht nur herbeireden, irgendjemand muss sie auch mal initiieren. Eine Revolution braucht nicht nur Leute die schlaue Themen vorgeben und sie auf Transparente sprayen, sie braucht vor allem eine kritische Masse an Machern, jene die auf die Straße gehen und jene die im Hintergrund Dinge umsetzen. In der kolportierten vierten industriellen Revolution überwiegen momentan noch jene Akteure die (zugegebenermaßen schöne und ansprechende) Transparente gestalten, die angestrebte Revolution im eigenen Unternehmen findet de facto aber noch kaum statt. Dabei drängt die Zeit, denn für Europa und die USA geht es um nicht weniger als die eigene Zukunft als Industriestandort und somit wohl auch den vielzitierten Erhalt des Wohlstandes.

Doch was hindert uns nun daran die Revolution tatsächlich einzuleiten, wo wir doch bereits wissen wie sie aussehen soll? Einer der Hauptgründe ist wohl Angst, wie eigentlich fast immer wenn Menschen eine große Veränderung auf sich zukommen sehen. Angst vor der nicht greifbaren Größe des Themas. Angst davor der Erste oder der Letzte zu sein. Angst dass es mehr kostet als bringt. Ein Großteil dieser Angst könnte dem – eigentlich denkbar schlecht gewählten wenn auch gut gemeinten – Wort  „Revolution“ geschuldet sein. Denn mit Revolution verbinden Menschen vor Allem radikalen Umbruch, Umsturz, alles wird anders, keiner kann den Ausgang vorhersehen und niemand kann versprechen dass man am Ende zu den Siegern gehört; denn es gibt ja schließlich keine Revolution ohne Verlierer, oder? Außer diese Revolution soll gar keine sein, zumindest nicht in der Bedeutung des eigentlichen Begriffes. Vielleicht ist sie lediglich ein schlichter Hinweis, ein lauter Weckruf oder auch einfach nur eine gut gemeinte Aufforderung sich nicht auf dem erreichten auszuruhen und kontinuierlich nach Verbesserung zu streben.

Und genau hier gilt es anzusetzen um Industrie 4.0 Wirklichkeit werden zu lassen.

Jede Veränderung fängt klein an

Die Revolution muss in greifbare Veränderungsprozesse portioniert werden die schrittweise zum Leben erweckt werden, nur dann wird sie stattfinden und etwas zum Positiven verändern. Niemand sollte sich gezwungen fühlen sich plötzlich mit Internet of Things, Smart Factory, Big Data und Machine Learning gleichzeitig auseinanderzusetzen um zu den Profiteuren der Revolution zu gehören. Vielmehr geht es darum sich aus dem riesigen Pool der Trends und Schlagworte die heute unter dem Dachbegriff Industrie 4.0 schweben diejenigen rauszugreifen, die das eigene Unternehmen voranbringen, die es effizienter und profitabler machen; es geht darum abstrakt gefasste Begriffe und sinnfrei in den Raum geworfene Technologienotwendigkeiten auf die eigene Situation zu applizieren, sie zu adaptieren – oder auch neue zu definieren – und dadurch einen individuellen Weg vorwärts zu finden.

Entscheidend ist am Ende des Tages das Resultat des Veränderungsprozesses und nicht der Weg dorthin, und schon gar nicht unter welchem Begriff der Prozess gelaufen ist.

Aktion statt Reaktion

Das Gebot der Stunde sollte also lauten: genug geredet, die Zeit zum Handeln ist gekommen. Wenn ein Konzern 10 Schritte auf dem Weg zu Industrie 4.0 für sich identifiziert hat ist es vermutlich vorteilhafter die Umsetzung des ersten Schrittes zeitnah einzuleiten, anstatt sich noch zwei Jahre darüber Gedanken zu machen ob es nicht doch vielleicht 11 oder gar 12 Schritte zur Revolution braucht.

Denn die wirkliche, aber namenlose Revolution findet bereits statt, ob mit oder ohne unsere Deutungsbemühungen des Begriffs Industrie 4.0; sie findet immer statt, sie ist kontinuierlich und sie ist nicht aufzuhalten. Wir müssen uns lediglich fragen auf welcher Seite wir dabei stehen wollen, ob wir wirklich noch diejenigen sind die die Bastille stürmen, oder ob unser Abwarten schon bald dazu führt dass wir gestürmt werden.

Abschließend sei noch gesagt dass man sich einer Illusion keinesfalls hingeben sollte: Veränderungen oder gar Revolutionen werden nicht kostenlos stattfinden. Die alte angelsächsische Weisheit „it takes money to make money“ wird auch hier ihre Gültigkeit haben, wer also nicht bereit ist zu investieren wird auch nicht profitieren. Das war bei der Investition in eine Dampfmaschine im Rahmen der ersten industriellen Revolution schon so; es wird in der vierten industriellen Revolution nicht anders sein.

Bloß alte Dinge neu zu verpacken kann eine Zeit lang zum Mitschwimmen auf der Trendwelle reichen, sobald das Thema genügend Substanz erhalten hat wird sich aber die Spreu vom Weizen trennen; nur jene die tatsächlich etwas verändert haben werden auch Früchte ernten können.

Autor: Jürgen Kneidinger, CEO Augmensys GmbH

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